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Laser In Situ Keratomileusis - Es werde Licht

Der eine oder andere mag sich evtl. gefragt haben, wo ich eigentlich vier Tage war oder was ich getrieben habe, dass ich nicht mal einen online Zugang hatte. Die Erklärung ist ganz einfach: Ich habe Licht ins Dunkel bringen lassen - ich habe mich einer LASIK Augenoperation unterzogen.

Bei einer Sehschwäche von -6 bzw. -7 Dioptrien und über 23 Jahren exzessiven Kontaktlinsentragens, fängt man irgendwann an über Alternativen nachzudenken. Kontaktlinsen habe ich immer schlechter vertragen und Brillen sind auch in vielen Fällen keine wirkliche Alternative (beim Sport z.B. finde ich sie störend). Aber bei effektiven 3% (!!!) verbleibender Sehkraft (”Kraft” ist hier wohl der falsche Ausdruck) ist man sonst zu völliger Orientierungslosigkeit verdammt. Bereits seit über 10 Jahren gehe ich daher mit der Idee schwanger, mich einer LASIK OP zu unterziehen. In der Vergangenheit war es vor allem eine Frage der Kosten und auch ein Bisschen “schaumermal, wie sich das so entwickelt”. Aber jetzt war die Zeit einfach reif und ich hab mich unter´s Messer - oder besser: unter den Laser - gelegt.

Eins gleich zu Anfang: Ich kann das nur jedem, der eine Sehschwächenkorrektur in Erwägung zieht, wärmstens empfehlen!

Nachdem ich mir mehrere LASIK-Zentren angeschaut habe und mich spontan für das entschieden habe, bei dem ich das beste Gefühl hatte, nämlich für City Lasik in Bad Homburg, vergingen nur wenige Wochen bis zur Operation. Bereits beim kostenlosen Beratungsgespräch wurde eine intensive Untersuchtung durch eine Augenoptiker-Meisterin und anschließend durch (den später behandelnden) Augenarzt vorgenommen, um die sinnvollste Methode herauszufinden. ich hatte das Glück, derart gute Voraussetzungen mitzubringen, dass für mich die einfachste und sogar preiswerteste Methode geeignet war.

Der Tag der OP lief sehr entspannt ab. Eine halbe Dormikum (Beruhigungstablette) um meine Euphorie etwas zu bremsen und dann ab in den OP. Wie die Behandlung als solches in etwa abläuft, kann man ganz gut in dem Video sehen (ist allerdings nicht mein Auge und auch nicht in der Klinik aufgenommen, in der ich behandelt wurde, sondern zeigt nur grundsätzlich wie es abläuft). Nachdem das erste Auge erledigt war, war eine Viertelstunde Ruhepause angesagt. Der komplette OP wurde neu sterilisiert und für das zweite Auge vorbereitet. Das ist durchaus nicht selbstverständlich. In den meisten Fällen werden beide Augen in einem Aufwasch erledigt. Das war mir persönlich schon immer etwas unheimlich, weil ich eben (wie wohl die meisten Menschen) nur zwei Augen habe. Und auch wenn sie schlecht sind, sind es doch die Einzigen. In der Wartezeit erfreute ich mich daran, dass ich bereits diverse Beschilderungen entziffern konnte, die ich vorher nicht lesen konnte.

Nebenbei sei erwähnt, dass die OP vollständig schmerzfrei ist. Man spürt nicht mal einen Druck oder ähnliches. Nach der OP brennen die Augen für ein oder zwei Stunden etwas und man hat ein gewisses Fremdkörpergefühl von der Schutzlinse - also nichts, was einen Kontaktlinseträger in irgend einer Weise ernsthaft stören könnte. Nachdem das zweite Auge versorgt war, ging es direkt zum Sehtest. Nur noch mal zur Erinnerung: Ich ging mit 3% Sehkraft in den Ring. Die Erwartung lag bei 20 - 30% und wurde mit 50% weit übertroffen. Dann ging es nach hause, erst mal ausruhen und die Augen schonen. Nachts trägt man dann entweder Abdeckschalen, oder wie ich eine Snowboardbrille, damit man nicht aus Versehen die Augen reibt, was man tunlichst während der ersten Wochen nach der OP vermeiden sollte. Am nächsten Tag bei der Nachuntersuchung wird die Schutzlinse, die man während der ersten 24 Stunden trägt, entfernt und meine Sehleistung lag bereits bei ca. 90% (erwartet waren etwa 70%). Einen weiteren Tag später lag meine subjektive Sehleistung bereits bei 100%.

Das Ganze pendelt sich jetzt in den nächsten 4 - 6 Monaten ein und verändert sich danach im Grunde nicht mehr. In der Zeit verschwinden auch die temporären, kleineren “Nebenwirkungen” wie Blendeffekte bei Nacht (Halos) oder teilweise Lichtempfindlichkeit (z.B. am Computermonitor).

Fazit: Das hätte ich schon viel früher machen sollen. Es ist ein unglaubliches Stück Lebensqualität, dass ich mir da für relativ überschaubare 1.790,- EUR erkauft habe. Uneingeschränkt empfehlenswert.

AKTUALISIERUNG VOM 24.04.2008:
Es sind nun ca. 2 Monate vergangen und ich bin nach wie vor höchst zufrieden mit dem Ergebnis. Die “Halos” haben bereits deutlich nachgelassen und ich gehe davon aus, dass das noch besser wird.

Bei der Untersuchung, die knapp 5 Wochen nach der OP durchgeführt wurde hatte ich erst bei 140% Probleme alles einwandfrei zu erkennen. 120% waren relativ problemlos erkennbar. Ich bin begeistert :-)

Mehr Info dazu bei Wikipedia



7 Responses to “Laser In Situ Keratomileusis - Es werde Licht”



  1. Hallo Michael, danke für diesen Bericht, ich bin selbst seit mehr als 15 Jahren Brillen- und Kontaktlinsen Träger und spiele natürlich immer wieder mit dem Gedanken das gleiche zu tun wie Du, traue mich aber noch nicht so ganz. Aber vielen Dank für Deinen Bericht - es wird mir bei der Entscheidung weiter helfen.

  2. hey Michael!

    Glückwunsch! Mich treiben zwar in erster Linie Deine Themes her, aber das war mal wieder ein guter Anstoß in einem ganz anderen Bereich. Ich eiere schon seit Jahren herum, weil ich Linsen nicht mag und auch nicht dauerhaft vertrage, die Brille nervt und man mit 4.5 doch durch eine etwas weichgezeichnete Welt läuft… *lach*

    Wäre interessant, mal in ein paar Wochen ein Update zu lesen, wie sich das Ganze eingependelt hat.

    Alles Gute und klaren Blick aufs Leben
    wünscht
    Martin

  3. Michael Oeser

    @Stephan: Das einfachste und preiswerteste. Ich habe sehr gute Voraussetzungen - gute Hornhautdicke unauffällige Topografie - so dass ich auf Wellenfront verzichten konnte und den Schnitt mit dem regulären Mikrokeratom - also dem “Messer” machen lassen konnte.

    Es wäre zwar auch die FERMTO Lasermethode in Betracht gekommen - also der Schnitt mittels Laser und nicht mit dem “Messer”. Das ist deutlich teurer und bringt aus medizinischer Sicht nicht wirklich etwas. Der behandelnde Arzt hat es mir überlassen, ob ich das haben muss oder nicht. Ich habe mich dagegen entschieden weil es eine unnötige zusätzliche Ausgabe gewesen wäre und der eigentliche Schneidevorgang mit dem “Messer” mir irgendwie “glatter” erschien, was mir der Arzt aus eigener Erfahrung auch bestätigte (das ist aber natürlich subjektiv).

  4. Stephan

    Hallo Michael!

    Habe mit großem Interesse über Deine Lasik-Op gelesen.
    Habe selbst -6 Dioptrien und schon etliche Lasikverfahren studiert.
    Welches Verfahren wurde denn bei Dir angewandt?

    Gute Besserung!

    Viele Grüße
    Stephan

  5. Patric

    Hallo Michael.
    Von mir auch gute Erholung.
    Ich hätte bei so einer OP zu viel Angst, strotz der vielen OPs die ich durch meinen Sport schon hinter mir habe.
    Es ist aber eine sinnvolle Sachen wenn man ohne Kontaktlinsen nicht viel sehen kann und keine Lust auf eine Brille hat.
    Ich werde es mal meiner Freundin sagen, die dachte bisher die OP würde sich auf ca. 2000-3000 Euro belaufen.

    Gruß aus Münster
    Patric

  6. Frankie

    Hi Michael.
    Da kann ich Dir ja nur graturlieren. Deine Erfahrung liest sich auf jeden Fall sehr gut und vermittelt einen sehr guten Eindruck. Das vorher/nachher Gefühl wird man nur schlecht beschreiben können. Das muss man vermutlich selber einfach erleben. Es wird wohl ein sehr extremer Unterschied sein, wenn Du ohne Hilfsmittel 3% Sehstärke hattest und nach der OP (subjektive) 100% Sehstärke hast. :-) Jetzt kannst Du ja beim Augeharzt die untere Zeile ohne Probleme lesen ;-)

    Gruß aus Frankfurt und gute Erholung
    Frank

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