Do you speak Denglish?

Dieser Tage hatte ich mal wieder das Vergnügen für ein Meeting und einen Workshop in unser Headquarter am schönen Zürichsee zu fahren. Ach halt, da bin ich ja schon gleich mittendrin, obwohl ich erst mal eine Introduction machen wollte… Mist schon wieder. Also von vorne ein paar einleitende Worte: ich meine natürlich für eine Besprechung und einen Arbeitskreis (hach, klingt das schön nach Farben fühlen und Namen tanzen) in unserer Schweizer Konzernzentrale. Geht Ihnen das auch manchmal so? Sie sprechen mit Ihren Kollegen und merken plötzlich, dass fast die Hälfte der gebrauchten Wörter Anglizismen sind. OK, das geht Ihnen in der Regel nicht so, wenn Sie Elektroinstallateur sind - da wird noch anständig Deutsch gesprochen (wenn auch nicht immer anständig-es Deutsch), oder Unfallchrirurg - da weiß man gleich worauf man sich einlässt und dass Fachbegriffe in der Regel aus dem Latein kommen. Aber wenn man einen Bürojob, womöglich in einem internationalen Unternehmen hat, kann man schon dann und wann um die Deutsche Sprache bangen. Denglish nenne ich diesen Anglo-Germanischen Sprachmix, der manchmal groteske Blüten treibt.

Aber weiter zu meinen Erlebnissen an diesem Tag. Ich möchte noch vorausschicken, dass alle Anwesenden Kollegen ausnahmslos der Deutschen Sprache mächtig waren. Es waren vornehmlich Deutsche, Schweizer (gut, da kommt beim Beherrschen der Deutschen Sprache schon berechtigter Zweifel auf) und ein Österreicher. Man traf sich bereits am Vorabend des Meet…der Besprechung zum gemeinsamen Dinner und später an der Bar noch auf ein paar Drinks. Das haben ein paar dann wohl etwas übertrieben, denn am nächsten Tag klagten sie darüber, dass sie einen Hangover hätten. Dessen ungeachtet ging es dann pünktlich um 9:00 Uhr los und der Kollege, der sich freundlicherweise bereit erklärt hatte das Meeting zu ownen, verlas die Agenda und erläuterte die einzelnen Topics. Ich möchte Sie nicht mit allen Inhaltlichen Details langweilen, aber im Wesentlichen ging es um folgende Punkte:

1. Customer Proposition
2. Networking
3. Branding
4. Asset Management
5. Revised Budget und Forecast

Nachdem sich eine Workgroup für jedes Topic gefunden hatte begaben wir uns zu Group-Sessions in die benachbarten Räume und begannen mit dem Brainstorming. Die Ergebnisse wurden auf Flip-Charts zusammengetragen und anschließend noch mal im gesamten Team diskutiert. Zum Lunch gab es die unvermeidlichen Sandwiches, die mir auf der Rückfahrt noch im Magen lagen.

Am Nachmittag trafen sich die Gruppen und die Einzelergebnisse wurden auf 168 Powepoint-Slides zusammengetragen. Besonderer Wert wurde auf die klare Definition der Milestones gelegt und jedem Milestone wurde ein Owner zugeordnet. Am Ende wurden die Workplans verteilt und im gemeinsamen Wrap-Up die next Steps festgelegt. Man beschloss, die Ergebnisse durch das Management Top-Down zu eskalieren. Alle waren sich einig: Der Tag war ein Big Step foreward.

Mit dem Wissen, mal wieder Big Business gemacht zu haben, begab ich mich auf den Rückweg nach Deutschland…und war irgendwie froh zu wissen: Mensch, wenn Du heute Abend zu hause bist, dann küsst Du Deine Freundin, machst Dir ganz einfach ein Bier auf und genießt ein gutes Essen. Dabei bemühst Du Dich dann Deiner Freundin in klarem Deutsch von der Besprechung zu erzählen, berichtest über die Themen und die Ergebnisse. Du erzählst, wie die ganze Gruppe am Vorabend gemeinsam Essen war und dass einige Kollegen am nächsten Morgen einen ziemlichen Kater hatten. Die belegten Brote, die es zu Mittagessen gab, wären nicht halb so gut gewesen, wie die die sie immer zaubert, aber der Hunger habe es reingetrieben. Auch wenn es anstrengend war, so war es doch ein erfolgreicher Tag und die Gruppe ist einen guten Schritt weiter gekommen….und sie versteht trotzdem genau was Du meinst.

In diesem Sinne: Cheers!






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